Bleibt alles anders.

2013

Abstract

Idee/Konzept: Christine Müller

Partner: neuer shed im Eisenwerk, Frauenfeld
Gestalterischer Vorkurs der Kunstschule Winterthur

Mentorat: Catherina Ziessler, Christina Von Rotenhan, Ueli Vogt

Schülerinnen und Schüler sollen einen Sinn für Abläufe der Ausstellung, Fragen der Inszenierung und der Vermittlung entwickeln. Künstlerische Prozesse bis zu dem Punkt begleiten, zu dem es zu einer Ausstellung des eigenen Werks kommt - dies war das Hauptziel für die Werkschau 2013 des gestalterischen Vorkurses der Kunstschule Winterthur.
Der Weg ist das Ziel
Die Prozesse der Ausstellungsorganisation vermitteln - dies war ein Hauptziel des Projektes. Die Schülerinnen und Schüler (nachfolgend Teilnehmende) organisierten die Ausstellung unter Aufsicht der Projektleitung mehrheitlich eigenverantwortlich, lernten dabei die verschiedenen Phasen kennen und gestalteten diese aktiv mit. So entstand unter anderem auch eine «Zeichenmaschine», die während der Ausstellung die Wünsche der Besucher entgegennahm und die Zeichnung gleich nach Vollendung «ausspuckte». Die Aufgabenbereiche der einzelnen Phasen wie Textredaktion, Öffentlichkeitsarbeit, Vermittlung, Grafik etc. wurden in «Offices» gegliedert, für die sich die Teilnehmenden frei einschreiben konnten. So haben angehende Vermittlerinnen im «Office Vermittlung» eine partizipative Führung durch die Ausstellung konzipiert und organisiert.

Wann ist gut gut genug?
Ein weiteres wichtiges Element war die «Künstlerische Selbsteinschätzung». Die Teilnehmenden, welche grösstenteils keine Ausstellungserfahrung mitbrachten, mussten die präsentierten Werke selbständig auswählen. Diese Entscheidung warf zahlreiche Fragen auf: Wo gehöre ich hin? Welche Werke zeige ich? Wann ist meine Arbeit «fertig»? Die Teilnehmenden wurden dabei eng begleitet, mit verschiedenen Möglichkeiten der Präsentation und Inszenierungen bekannt gemacht und gelangten im Dialog mit der Projektleitung und Mitschülern zu ihren eigenen Antworten.

Konzept & Format
Den Kern der Ausstellung bildete eine Bibliothek für Ideen und Inspirationen, welche dem Besucher einen vertieften Einblick in die Ideenfindung und Entwurfspraxis der jungen Menschen bot. Davon ausgehend konzipierten die Teilnehmenden fiktive Räume für die ihnen bekannten «Gattungen» wie etwa Grafik, Zeichnen, Malerei, dreidimensionales Gestalten, Video oder Fotografie, in denen sie ihre Werke präsentierten. Kurz vor Eröffnung besuchte zudem ein Kurator die Ausstellung und gab als «professioneller Ausstellungsmacher» sein Feed- back - eine für alle sehr interessante und bereichernde Erfahrung.

Rolle der Projektleitung
Die Projektleitung hat das Projekt im Rahmen des Masterstudiengangs „Art Education“ an der Hochschule der Künste Bern aufgegleist. Als Lehrkraft im 3d Gestalten des gestalterischen Vorkurses der Kunstschule Winterthur, sowie das Engagement im Vorstand des Vereins «neuer shed» boten dazu ideale Voraussetzungen. Der «neue shed» im Eisenwerk in Frauenfeld versteht sich als Labor für zeitgenössisches Kunstschaffen. Projekte und Ausstellungen widmen sich lokalen Phänomenen und Alltäglichkeiten, die im Kunstkontext neu erfahren und reflektiert werden sollen. Neues erfahren bzw. schaffen – dieser Anspruch galt auch für die Werkschau.

Ausgewählte Bibliographie
- Bastl, Beatrix (2000). Ausstellungsplanung oder «Wie komme ich zu einem Ausstellungskonzept?!», http://www.uni- vie.ac.at/igl.geschichte/ws2000-2001/ beatrix_bastl.htm
- Kemp, Wolfgang (1996). Zeitgenössische Kunst und ihre Betrachter, Jahres- ring 43, Köln 1996.

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