Der Dialog in der Kunstvermittlung

2017

Abstract

Kathrin Zurschmitten

Kontakt:


Minor Kunstvermittlung


Mentorin: Maren Polte 

Semesterkurs für Studierende und Mitarbeitende der Hochschule der Künste Bern eine Zusammenarbeit von Marcel Beer und Kathrin Zurschmitten


Im Zentrum des Kurses stand der Dialog im engeren Sinne als Kommunikationsform ebenso wie im weiteren Sinne als dialogische Haltung und Arbeitsweise. Der Kurs war eine Versuchsanordnung, bei der uns die Frage beschäftigte, wie wir in einer Gruppe gleichberechtigt, partizipierend zusammen sein und gemeinsam Neues entwickeln können und wie uns der Dialog dabei unterstützt. Ausgangspunkt / Kursbeschreibung Mit sieben Studierenden aus unterschiedlichen Fachbereichen sowie zwei Sekretariatsmitarbeitenden trafen wir uns zwölf Mal für jeweils zwei Stunden. Die ersten sieben Treffen wechselten wir ab zwischen Dialoggespräch und individuellem freien Malen ohne Vorgaben. Ab dem siebten Treffen schliesslich verbanden wir die beiden Tätigkeiten und malten in kleinen Gruppen sowie mit der gesamten Gruppe an einem Bild. Dabei spielte die künstlerische Qualität eine untergeordnete Rolle. Das Malen mit Gouachefarben stellte eine unkomplizierte Möglichkeit für kollaboratives Arbeiten im kleinen Rahmen mit einfachen Mitteln dar. Es war ein Versuch, die Ideen des Dialogs in eine kreative Gruppentätigkeit zu übertragen, um die dialogischen Fähigkeiten in der experimentellen Zusammenarbeit zu erproben. Im Fokus standen das Üben von Präsenz und achtsames Wahrnehmen der eigenen Prozesse, der Prozesse der Anderen sowie der Gruppenprozesse. Am Ende unserer Treffen führten wir eine Reflexionsrunde durch, in der alle ihre Erfahrungen und Beobachtungen mitteilen konnten. Wir verstanden den Dialog nicht im alltäglichen Sinn, sondern in Anlehnung an die Ideen des amerikanischen Quantenphysikers David Bohm, der unter Dialog den « freien Sinnfluss, der unter uns, durch uns hindurch und zwischen uns fliesst ». Im Gegensatz zu Diskussionen, Debatten oder Disputten, wo Meinungen gegenüber gestellt werden, hinterfragt der Dialog Wertvorstellungen, Annahmen und Denkmuster, um das alle Gruppenmitglieder Verbindende zu finden.