Der Krebs

2016

Abstract

Pia Zühlke
Mentorat: Josef Loretan
Eine künstlerische Auseinandersetzung

„Krankheit ist die Nachtseite des Lebens, eine eher lästige Staatsbürgerschaft. Jeder, der geboren wird, besitzt zwei Staatsbürgerschaften, eine im Reich der Gesunden und eine im Reich der Kranken. Und wenn wir alle es auch vorziehen, nur den guten Ruf zu benutzen, ist früher oder später doch jeder von uns gezwungen, wenigstens für eine Weile, sich als Bürger jenes anderen Ortes auszuweisen.“ Susan Sontag, Krankheit als Metapher
Dieses Zitat bezieht sich zwar nicht spezifisch auf die Krankheit „Krebs“, formuliert jedoch schön die Haltung der Gesellschaft gegenüber dem Thema. Zwar schon lange nicht mehr ein Tabu in der Medizin und der Forschung, jedoch immer noch stark ignoriert,durch Angst daran zu erkranken, in der Bevölkerung.
Mein Arbeit entspringt dieser verzerrten Wahrnehmung gegenüber dieser Krankheit, welche in der Zwischenzeit bis zu 50% aller Fälle geheilt werden kann. Dies liegt nicht zuletzt daran, dass die meisten Menschen schon nicht wissen, was Krebs genau ist.

These
Durch meine Eltern, welche beide studierte Pharmazeuten sind, wurde ich schon früh von den Begriffen „Sensibilisierung“, „Prävention“ und „Vorsorge“ besonders geprägt. Die Wahrnehmungsforschung definiert die „Sensibilisierung“ als eine Steigerung der Reaktionsbereitschaft auf (sinnliche) Reize. Es handelt sich hierbei also um einen psychischen Prozess, wobei beim Menschen Signalreize wiederholt dargeboten werden, und die Reaktion, sei sie negativ oder positiv, verstärkt wird. 
In der Pharmaindustrie ist das Ziel der „Sensibilisierung“ meist eine Vorsorgereaktion der Bevölkerung, um präventive Massnahmen durchführen zu können (siehe Abb.;. Leider lassen sich jedoch sehr wenige Menschen im Rahmen der Sensibilisierungskampagnen für Krebs behandeln.
Meine These geht davon aus, dass im Rahmen des Krankheitbildes Krebs nicht genügend positive Reize vorhanden sind. Visuelles Material unterstützt bekanntlich die Verständlichkeit eines komplexen Inhaltes. Lösen diese Visualisierungen noch zusätzlich positive Reize aus, wären Betrachter/-innen vielleicht eher bereit, sich mit der Thematik auseinanderzusetzen