Dorfstrasse 74

2016

Abstract

Eva Allemann

Mentorat Praxis: Ursula Jakob, Michael Mischler
Mentorat Theorie: Theres Roth-Hunkeler
Technik: Installation, Künstlerbuch, 2-Kanal-Audioinstallation (Dauer: 25min 30sek, geloopt)

Am 17. Oktober 1992 fällt in Kleinlützel der erste Schnee. Und am 29. Januar 2004 ruft Moritz Allemann um 11:00 Uhr Grittli Schenk an. Noch am gleichen Tag schaltet er den zweiten Tank der Ölheizung ein und am nächsten Morgen bei -3 Grad füllt er Wasser nach.


Ausgangspunkt dieser Arbeit sind Postbüchlein, Ansichts- und Grusskarten, Quittungen, Notizzettel, Kalender, Schulbücher, Fotografien und Listen, die mein verstorbener Grossvater hinterlassen hat. Moritz Allemann lebte im selben Haus wie ich in einer eigenen Wohnung.


In einer ersten Aufarbeitung des vorgefundenen Materials ist ein Künstlerbuch entstanden, das seinem willkürlichen Ansammeln entgegenwirkt. Die Installation als weitere Auseinandersetzung beleuchtet einerseits das universelle Phänomen der subjektiven Projektionsfläche: Isoliert von ihrem Ursprungsort stossen die Alltagsobjekte Moritz Allemanns auch bei Menschen, die ihn gar nicht gekannt haben, individuelle Erinnerungsprozesse an. Andererseits drückt die Unmittelbarkeit der auditiven Ebene meine persönliche Faszination an der Sammlung aus. Ü̈ber die gesprochenen Listen rekonstruiere ich das Leben meines Grossvaters und imitiere die räumlichen Gegebenheiten, um den Besucher die Stimmung im Haus an der Dorfstrasse 74 spüren zu lassen.

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Theoriearbeit