Inside Observer

2017

Abstract

Philipp Studer
Kontakt: 

Praxismentorat: Anna-Lydia Florin und Stefan Sulzer

Theoriementorat: Dr. Florian Werner

Videoinstallation (2 Videos auf Stellwände projiziert)

Dauer: 8.57 Minuten und 8.36 Minuten

Die Beziehungen zwischen Mensch und Tier sind heute so vielfältig wie unterschiedlich. Wir errichten Zäune, um die Tiere vor unbedachten Handlungen von Menschen zu schützen oder auch, um unbedachte Menschen vor Tieren abzuschirmen. Im Zoo werden Zäune und Glasscheiben zu Leerräumen zwischen Mensch und Tier. Zu Zwischenräumen, die Distanz ermöglichen. Wir beobachten Zootiere. Und wenn sie für uns auch keinen weiteren Nutzen haben, so dienen sie doch der Unterhaltung, dem Spektakel. Drehen wir diese Perspektive aber einmal um. Beobachten wir die Beobachtenden. Was unterscheidet nun den Besuch eines Zoos vom Anschauen eines Dokumentarfilms über Tiere in der Serengeti? Wir betrachten die Tiere, erwarten uns aber eine gewisse Interaktion, dem Distanzhalter Gehege zum Trotz. Blicken die Tiere nicht zurück, versuchen wir oft die Aufmerksamkeit auf uns zu ziehen. Werden wir dadurch aber vom unbeteiligten, passiven Betrachter zum aktiven Besucher? Quasi zu einem Gegenüber des Tieres?

Um die Beobachtungen zu machen, wurde die Filmkamera in den Zoos so positioniert, dass für die anderen Besucher nicht ersichtlich war, was oder wer  genau im Bild war. Es wurde nach Plätzen gesucht, an denen die Kamera vordergründig auf die im Gehege befindlichen Tiere gerichtet werden konnte, heimlich aber die Menschen auf der anderen Seite der Zäune oder Glasscheiben gefilmt wurden. Aus den Aufnahmen entstanden zwei Videos, die auf zwei Stellwände projiziert werden. Die Videos sollen sich ergänzen und das eine Bild auf das andere reagieren. Dadurch, dass beide Videos nicht gleich lange dauern und die Clips in Loops abgespielt werden, verschieben sich die anfangs  gesteuerten Bildkombinationen aleatorisch.