Material Raum Medium

2012

Abstract

Natalie Reusser, Myriam Gallo

Praxis Mentor: Albrecht Schnider

Wand 1 / Plastik

Nicht nur das Auftragen der Farbe, sondern auch das Wegnehmen, ist ein Prinzip der Bildgeneration. Diese Arbeit ist ein unumkehrbarer Prozess. Wir versuchen zurück zum Anfang, zum Nullpunkt des Bildes zu gelangen. Durch die Aktion des Abwaschens entsteht auf der Plastikfolie das neue Bild. Wir haben dabei keinen Einfluss auf die Bildgestaltung.
Durch die Transparenz der Plastikfolie wird der Raum sichtbar. Der Faktor Zeit und Raum spielt bei diesem Standort eine bedeutende Rolle. Die Farbe fällt während einer bestimmten Zeit durch den Raum und die Tropfen werden in ihrem Fall angehalten.

Durch die Farbrückstände auf der Plastikfolie entsteht das Spiegelbild zur räumlichen Begebenheit. Es ist möglich, durch die Quantität der Rückstände auf die Wandform rückzuschliessen. Die Spuren sind dort am dichtesten, wo der Raum am höchsten ist. Die Arbeit auf der Plastikfolie ist eine Übersetzung, von dem, was man nicht mehr sieht.
Die Arbeit betont die Farbe als materielle Substanz.


Latex 1  / Latex auf Glasscheibe

Latex. Wir loten Materialeigenschaften wie Weichheit, Transparenz und Elastizität aus. Die Luft ist nicht fassbar, sie ist radikal. Es entsteht eine räumliche Arbeit aus einer zweidimensionalen Schicht. Es entsteht ein Raum im Raum, der mit Luft gefüllt ist und sich wieder entleert. Wachstum und Vergänglichkeit. Wie weit geht das Leben, bis es platzt? Die Fensterscheibe zwingt der natürlich, runden Form der Blase eine eckige Form auf.

Latex 2 / Latex auf Glasscheibe, Videoinstallation

Wir entdecken die Materialeigenschaften im Werkprozess und setzen sie bei der Konzeption und der Ausführung bewusst ein. Die Kurzlebigkeit und Flüchtigkeit des Materials und die Ortgebundenheit ist uns wichtig.

Das Flüssige des Latex erlaubt eine malerische Behandlung. Die Facettenbreite und die Vergänglichkeit des Materials zeigt sich in den verschiedenen haptischen und farblichen Phasen. In flüssigem Zustand ist das Material milchig weiss. Nach dem Auftragen wird es fest und für kurze Zeit durchsichtig. Anschliessend beginnt ein langsamer Trübungsprozess und das Latex läuft wieder milchig an.  
Die Form des Fensters als Rahmen und Bildschirm ist ausschlaggebend für die mediale Umsetzung der Arbeit. Der materialle Veränderungsprozess wird genutzt, um dem Material eine neue Funktion zu geben: die der Leinwand. Der Prozess wird direkt am Ort des Geschehens auf das Material projiziert.

ekz-Klebefolie F / Klebefolie, Videoinstallation

Am Anfang steht die Klebefolie als Material, welche wir nach ihren Eigenschaften und Grenzen befragen. Sie lässt Oberflächen glänzen und spiegelnd erscheinen. Die durchsichtige Klebefolie möchte sich im Grunde verstecken. Sie ist jedoch nicht unsichtbar, sondern betont die weisse Wand. Bei seitlicher Betrachtung, schimmert die Wand dunkler. Für diese Entdeckungen finden wir im langen Gang zur Blackbox den passenden, ortgebundenen Parameter. Die Länge des Gangs zwingt dem Betrachter die Schrägansicht auf.
Das Öffnen der Türe zur Blackbox erzeugt einen Ausschlag auf der Klebefolie. Dieser ähnelt einem Seismograph und hat filmische Qualitäten. Um darauf einzugehen und die Arbeit konsequent weiterzuentwickeln, integrieren wir das Medium Film.

Indem der Besucher die Arbeit in der Blackbox erwartet, läuft er durch den Gang, öffnet die Türe, und generiert dadurch selbst das Kunstwerk. Er wird in der Blackbox seinen eigens produzierten Ausschlag, in einer zeitlichen Verzögerung an die Wand projiziert sehen.

2x(60x80) / Leinwand, Schleifblatt

Wie viel Pulver entsteht, wenn man eine ganze Leinwand mit Keilrahmen und Verpackung an der Maschine verschleift?

Indem das Bild zerstört wird, generieren wir ein neues Material. Die verbrauchten Schleifblätter werden durch diese Aktion zu Zielscheiben. Es gibt eine Transformierung von der zerstörten Kunst, zu deren Nutzung als Freizeitbeschäftigung des Schiessens.
Für die Verwendung des Pulvers suchen wir einen neuen Parameter. Aus der Notwendigkeit heraus, Auffangplatten für die Geschosse hinter den Zielscheiben zu haben, pressen wir für jede Zielscheibe eine Platte aus dem Pulver.

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