Stehen stille Dinge oder schweben sie?

2016

Abstract

Rebecca Noser


Mentorat Praxis: Daniela Keiser und Theres Roth-Hunkeler
Mentorat Theorie: Theres Roth-Hunkeler
Kontakt: E-Mail

Die Arbeit «Stehen stille Dinge oder schweben sie?» entstand aus einer prozessorientierten Versuchsreihe, die sich mit dem Rhein und seiner Schwebstoff-Fracht beschäftigt. Nahezu alle Versuche führte ich auf einer bestimmten Sandbank bei Vaduz durch. Mit diesem mir vertrauten Ort verbinde ich ein Gefühl von Ruhe, Innehalten und Stillstand. In meinen Versuchen habe ich nach den Schwebstoffen gesucht, die der Rhein transportiert, aber auch nach verborgenen Bildern, die im Betrachter, am Fluss stehend, auftauchen, während nichts zu passieren scheint. Die Schwebstoffe habe ich aus dem Fluss gefiltert und sie als Material für weitere Versuche verwendet.
Der Titel hat sich im Rahmen meiner Versuchsreihe ergeben. Er bezieht sich auf das Gefühl von Stillstand, das im Beobachter paradoxerweise durch das Fliessen des Wassers ausgelöst wird. Gleichzeitig offenbart der Titel, dass auch in dieser Ruhe nichts stehenbleibt, sondern vieles geschieht: Der Fluss fliesst stetig, wie die Zeit, transportiert Frachten und Schwemmmaterial. Materielle und immaterielle Schwebstoffe bewegen sich durch das Wasser und durch die Stille. Es liegt am Betrachter, sich diesen schwebenden Bildern hinzugeben und sie einzufangen. In meiner Arbeit experimentiere ich mit solchen Stoffen, zeige Materialien, Bilder und Sätze, wobei auch die Sätze ein Destillat aus Begriffen sind, vom Fluss angeschwemmt.