2018

IN MEMORIAM 2018
IN MEMORIAM
2018

Tina Odermatt



Mentorat: Jacqueline Baum

Installation und Performance


Die Performance In Memoriamist die Darstellung eines gescheiterten Kreativ-Prozesses. Was machen, wenn man nicht mehr weiterkommt? Wenn nichts mehr Sinn macht? Wenn man vor lauter Fragen blockiert ist? 

 

Das Publikum wird zu einem Leichenmahl eingeladen.  Die Leute setzen sich um den langen Tisch, die Performerin grüsst, dankt für das Erscheinen und lädt zum Essen ein. Doch schnell wird die Stimmung unangenehm. Die Performerin isst in sich versunken, ungepflegt und führt ein Selbstgespräch. Während dem Essen beschreibt sie in loser Form Momente ihres Kreativ-Prozesses und thematisiert Unsicherheiten, Ängste vor dem Scheitern und Selbsthinterfragung. Auf dem Tisch befinden sich Sets mit Skizzen und Fotos von aufgegebenen Ideen, Projektembryos, welche die Performerin entwickelt hatte. Das Essen auf dem Tisch symbolisiert ebenfalls verschiedene Phasen des Prozesses.

 

«Die Unmöglichkeit sich künstlerisch und vermittelnd zu positionieren führte zu einer generellen Befragung von sich selbst und die Momente des Scheiterns wurden Ausgangslage für die Performance «In Memoriam». Das Begräbnis der Jahresarbeit als Anlass zu nehmen, um diesem Scheitern eine Form zu geben, war ein mutiger Schritt. Die kapellenartige Stimmung in der Cabane B, die lange gedeckte Tafel und die Verweigerung einer konstruktiven Kommunikation machten die ganze Performance für das Publikum unerträglich, so dass einem förmlich der Biss im Halse stecken blieb. Filme wie «Festen» von Thomas Vinterberg oder «The Square» von Ruben Östlund wie auch andere Werke aus Kunst und Performance wurden im Geiste wachgerufen und boten eine Hintergrundfolie für die gewagte Performance. Das Selbstgespräch war überzeugend dargestellt als hilfloses aber auch sehr bestimmtes Abdriften und verstärkte das Unwohlsein im Publikum.» Jacqueline Baum


MANZI 2018
MANZI
2018

Isabelle Weber


Mentorat: Daniela Keiser

Kupferrohr, Wasser, Rotameter. Installation raumvariabel.

Ein Kupferrohr ist entlang den Wänden und dem Boden durch den Raum verlegt. Durch die Leitung fliesst Wasser - sichtbar gemacht durch einen Rotameter. Die Leitung richtet sich einem In- und einem Output des Raumes aus. Es ist allerdings nicht erkennbar, woher die Leitung kommt und wohin sie geht. Die Betrachtenden sehen nur einen Teil eines grösseren Systems.

„Manzi“ ist Nyanja und bedeutet Wasser. Nyanja wird in verschiedenen Regionen Sub-Sahara-Afrikas, unter anderem in Sambia, gesprochen. Die Arbeit Manzi ist im Kontext meiner Auseinandersetzung mit der Relation zwischen der Schweiz und Sambia entstanden. Sambia ist reich an Bodenschätzen, verfügt über eines der grössten Kupfervorkommen überhaupt und ist gleichzeitig eines der 20 ärmsten Länder weltweit. Die Schweiz ist auf dem Papier, d.h. gemessen am Handelsvolumen, der grösste Importeur von sambischem Kupfer. Physisch gelangt kaum jemals Kupfer in die Schweiz. Dem Rohstoffriesen und umsatzstärksten Konzern der Schweiz, Glencore, gehört 73 Prozent der grössten Bergwerksgesellschaft Sambias, der Mopani Copper Mines. Trotz der hohen Preise für den Rohstoff, weist die Mopani Copper Mines in den vergangenen Jahren nur Verluste aus. Man geht davon aus, dass multinationale Unternehmen wie Glencore die Gewinne künstlich in ein steuergünstigeres Land verfrachten. Sämtlicher Kupfer, der von den Mopani Copper Mines produziert wird, wird intern an Glencore verkauft. Der Kupferabbau der Glencore-Mine in Mufulira bringt den AnwohnerInnen derweil vor allem Gesundheitsrisiken, zerstört durch sauren Regen die Vegetation und kontaminiert das Grundwasser.

Die Arbeit Manzi soll in diesem Kontext gelesen werden.


Lieben Dank gilt der B. + U. Buchschacher AG, der Spaeter AG und derNussbaum GmbH in Bern.

Und für mehr Hintergründe zur städtischen Wasserversorgung, beispielhafter Vergleich der Wasserversorgung von Luzern und Lusaka auf: lucernewater.ch


Passage 2018
Passage
2018

Nadja Knuchel

Mentorat: Andrea Wolfensberger Material: 6 Ventilatoren, Gartenvlies, Holzlatten



Die künstlerische Auseinandersetzung galt dem „Einhüllen“ des menschlichen Körpers in einen Stoff, der von mehreren Ventilatoren in den Raum befördert wird. Der Holzrahmen dient als Formgeber des Stoffes, wobei hier zwei gleiche Formen sich gegenüber stehen und sich gegenseitig ganz zart berühren. Der Betrachter soll die Situation zwischen den beiden Tücher erleben und die Installation „passieren“. Das Gefühl des „dazwischen sein“, des „eingebettet werden“, des „vom Tuch umschmeichelt werden“ kann der Betrachter erleben und wird somit auch Teil der Installation.


Raumtransfer 2.4 2018
Raumtransfer 2.4
2018
Bachelor 2018

Lara Caluori

Kontakt: lara.caluori@gmail.com

Titel: Raumtransfer 2.4

Mentorat: Stefan Sulzer, Andrea Wolfensberger

Technik: Skulptur / Installation

Format: Variable Installation (in diesem Arrangement: 0.4x 0.8m, 1.5x 1.1, 1.7x 0.5m, 1.7x1.4m)

Materialien: Polyestergiessharz, Kunststoffgittergewebe, Glas, Silikon, Kunststoffsaugnäpfe, Aluminium, Poly-urethangiessharz

Raumtransfer 2.4 ist eine mobile, flexible, skulpturale Installation. Zwei Objekte lehnen an der Wand, Eines liegt am Boden, ein Weiteres steht fragil in der Raummitte. Die jederzeit verstellbaren Skulpturen sind in diesem Arrangement in ein Equilibrium gebracht und gehen eine Konversation miteinander und mit den Betrachtenden ein. Sie beziehen sich auf die Grösse und die Bewegung der Betrachtenden.

Die Objekte stammen aus der Nasszelle. Der Begriff der Nasszelle bezeichnet den architektonischen Innenraum in welchem Wasserleitungen liegen und welcher wasserdicht ausgestattet ist.Die Nasszelle ist die ursprüngliche Form des heutigen individualisierten Badezimmers und kann als architektonisch genormter Raum mit wiedererkennbaren Attributen betrachtet werden. Die Objekte spielen mit der funktionalen Einrichtung des Raumes. Sie laden nicht zum Wohlfühlen in einer Badeoase ein. Architektonische und mobile Elemente aus der Nasszelle werden in abstrakte Objekte umgewandelt und in den Ausstellungsraum transferiert. 


Yokko Okoy 2018
Yokko Okoy
2018

Nina Kurth

 



Mentorin: Helena Schmidt

online Performance, Fotografie, Video 



Hey I’m Yokko Okoy and this is my life!  

Diese Performance ist alles andere als real. Oder etwa doch? Yoko war in Thailand mit Delfinen schwimmen, sie durfte in Moskau bei der Schwanensee Ballett Aufführung mittanzen, sie hat ein promoviertes Fitnessprogramm und lernt momentan Akkordeon spielen.

Yokko Okoy ist eine Person, die real existierende Grenzen spielend leichtfüssig überschreitet und die „ach so schöne Social Media Welt“ mit einem Schmunzeln parodiert. Möglichst mit dem Motto: „Be wild, be free, be everything you want!“ - Yokko Okoy


2017

CONCRETE PIC NYC 2017
CONCRETE PIC NYC
2017

Tina Odermatt

Mentorat: Josef Loretan und Jacqueline Baum


1 Monat in New York City

5 Picknick Sets

10 kg Beton

9 Stunden Kochen

6 Begegnungen


Die Arbeit „Concrete Pic Nyc“ unterteilt sich in zwei Hauptphasen; das Erstellen von Geschirr aus Beton und seine Verwendung in den Strassen von New York City. Die Picknicks wurden fortlaufend auf Instagram dokumentiert. 

Das Concrete Pic Nyc Set besteht aus einem Löffel, einem Becher und einer Schale aus Beton, dazu eine Tasche genäht aus einer Leuchtweste. Die Tasche ist multifunktional, sie dient zum Schutz des Geschirrs und als Sitzfläche. Es wurden fünf Sets erstellt. Von den fünf Sets sind drei Sets und ein Löffel in New York geblieben.


Füllen 2017
Füllen
2017

Elisa Schiltknecht und Barla Pelican


Ein Experiment.


Wir öffnen einen Raum für alle - alle die Lust haben kreativ aktiv zu sein. Was wird sich ergeben? Wo gibt es Grenzen? Entstehen Konflikte? Farben und Pinsel stellen wir zur Verfügung. Es kommen Menschen von verschiedenen Tätigkeiten und Altersstufen, mit verschiedenen Interessen, Fähigkeiten und kulturellen Kapitalen. Die Wände werden immer voller. Berührungspunkte werden unumgänglich. Ein interessanter Akt entsteht. Wie wirken die Beteiligten aufeinander ein? Wie kann man etwas Vorhandenes weiterführen, ohne es zu rekonstruieren? Entsteht durch Eingreifen eine Abwertung oder eine Aufwertung des bereits Vorhandenen? Eine Interaktion von Selbstüberwindung und Kompromissen entsteht. Wunderbare Momente und ein Gemeinschaftswerk sind Resultat dieses Wagnisses. Wir selbst haben aus diesem Projekt wertvolle Erkenntnisse gezogen und viele Fragen bleiben noch zu beantworten. Wie definiert sich unsere Rolle in diesem Projekt? Was sind unsere ästhetischen Ansprüche? Ist es überhaupt legitim, in diesem Rahmen ästhetische Ansprüche zu haben? Wie und wann greifen wir selbst künstlerisch ein? Uns ging es bei diesem Projekt nicht um eine komplett bemalte Wand, sondern um eine Aktion und den Austausch mit den Mitwirkenden. 


Link zur Cabane B


2016

Eine Bibel 2016
Eine Bibel
2016

Nora Bratschi

Mentorat: Andrea Wolfensberger, Romy Troxler

Jakob richtete an dem Ort, wo Gott mit ihm geredet hatte, ein Steinmal, einen Gedenkstein, auf. Darüber schüttete er ein Trankopfer und goss Öl darauf. (Genises 35.14 )

Wenn du ein neues Haus baust, sollst du um die Dachterrasse eine Brüstung ziehen. Du sollst nicht dadurch, dass jemand herunterfällt, Blutschuld auf dein Haus legen.(Deuteronomium, 22.8)

Da zerrissen sie ihre Gewänder, begannen laut zu klagen und streuten sich Staub auf das Haupt. (1. Makkabäer, 4.39)

Alles hat seine Stunde. Für jedes Geschehen unter dem Himmel gibt es eine bestimmte Zeit: eine Zeit zum Steinewerfen / und eine Zeit zum Steinesammeln. (Kohelet 3.1/5)

Zerreißt eure Herzen, nicht eure Kleider, (Joel 2.13)

Von ihrer Schlechtigkeit zeugen heute noch rauchendes Ödland und Pflanzen, die zur Unzeit Früchte tragen, und eine Salzsäule ragt als Denkmal einer ungläubigen Seele empor. (Weisheit 10.7)

Es war etwa um die sechste Stunde, als eine Finsternis über das ganze Land hereinbrach. Sie dauerte bis zur neunten Stunde. Die Sonne verdunkelte sich. Der Vorhang im Tempel riss mitten entzwei, (Lukas 23.44/45)

Eine Frau soll sich still und in aller Unterordnung belehren lassen. Dass eine Frau lehrt, erlaube ich nicht, auch nicht, dass sie über ihren Mann herrscht; sie soll sich still verhalten. Denn zuerst wurde Adam erschaffen, danach Eva. Und nicht Adam wurde verführt, sondern die Frau ließ sich verführen und übertrat das Gebot. Sie wird aber dadurch gerettet werden, dass sie Kinder zur Welt bringt, wenn sie in Glaube, Liebe und Heiligkeit ein besonnenes Leben führt.  (Timotheusbrief 2.11-15)

Kontakt: E-Mail-Adresse
Eine Bibel PDF


2015

Möglichkeiten 2015
Möglichkeiten
2015

Nora Bratschi
Mentorat: Romy Troxler, Albrecht Schnider

Ausgehend von Berg-und Waldbücher wurden neue Bildgefüge zusammengesetzt. Andere Landschaften, Erzählungen und Sichtweisen entstehen. Das Bildmaterial wurde zerschnitten, übereinandergelegt und zu neuen Konstellationen verarbeitet. Diese schweben zwischen Illusion und Desillusion. Die Naturlandschaften werden durch Brüche irritiert und aufgelöst. Die Kopierränder verweisen auf die Herkunft der Bilder.
Es sind Möglichkeiten, die Bilder sind nicht fixiert, die Schichten liegen lose aufeinander. Die Bildwelten sind nicht von Dauer und existieren nur, wenn sie ausgelegt werden. Der perfekte Moment wird unwichtig.

Kontakt: E-Mail-Adresse