2020

Abbrucharbeit (Arbeitstitel) 2020
Abbrucharbeit (Arbeitstitel)
2020

Hanna Wächter

Mentorat: Daniela Keiser

Medium, Dauer: Videoarbeit bestehend aus drei Versionen, 03:18’, 02:09’ und 05:02`

Motiv
Das Haus.
Bietet Schutz und Geborgenheit wie der Mutterleib.
Leben, Autonomie, Eigenständigkeit, Sicherheit, aber auch Abhängigkeit, Unfreiheit, Stagnation,
Tod.

Ein grosser Teil unseres Lebens spielt sich in Häusern ab. Im Elternhaus, im Schulhaus, im
Kaufhaus, im Gotteshaus, im Ferienhaus, im Krankenhaus, im Kunsthaus, vielleicht im Frauen-,
Herren- oder Zuchthaus.
Häuser sind mit ambivalenter Symbolik aufgeladene Objekte. Wenn ein Haus abgebrochen wird
kommt es zur brutalen Verletzung der Grenze zum Privaten, Schutz und Geborgenheit werden
zerstört oder aber es entsteht der Eindruck eines Befreiungsschlages, bei welchem einengende
Mauern, die uns an einem Ort und indirekt in einer Lebensform festhalten niedergerissen werden.
Darüber hinaus lässt sich das Thema Hausabbruch unter vielen weiteren Blickpunkten betrachten.
Zum einen ist die ästhetische Ebene sehr kraftvoll, durch den Akt der Zerstörung und die
zahlreichen ephemeren An-, Durch- und Einblicke eines Hauses, die sich beim Abbruch ergeben.
Die angebrochenen Räume erinnern an ein Puppenhaus oder an Kulissen, die Platz für
Inszenierungen bieten, gleichzeitig wirft ein Hausabbruch auch unvermeidlich politische Fragen
nach dem Materialverschleiss oder der Gentrifikation auf.

Konzept
Der Ausgangspunkt dieser Videoarbeit ist das Interesse an der Beeinflussbarkeit der menschlichen
Bildwahrnehmung. Je nach Kontext, in den ein Bild gesetzt wird, werden unterschiedliche Aspekte
des Bildes sichtbarer (z.B. kann klassische Musik eine gewisse Leichtigkeit und Eleganz in der
Bewegung des Baggers hervorheben). Gerade beim Medium Video können mit demselben
Bildmaterial leicht durch den Ton und durch den Schnitt (z.B. mit Ausschnittwahl,
Geschwindigkeitsveränderung oder Bildabfolge) unterschiedliche Wirkungen erzielt werden, so
dass verschiedene Inhalte angedeutet und Stimmungen evoziert werden.
Aufgrund der vielfältigen Aspekte, welche das Thema Hausabbruch beinhaltet bot es sich sehr gut
als Motiv an für dieses Videoprojekt.


Das bewegte Rohr 2020
Das bewegte Rohr
2020

Michelle Siegenthaler

Mentorat: Josef Loretan

Material: 50 Meter langes gelbes Sickerrohr, mit einem Durchmesser von 10 cm
Medium: Aktionskunst, von Performance bis Installation

Aus der anfänglichen Auseinandersetzung mit der Form und der Struktur einer Baumnuss bildete sich eine abgeänderte und weiterentwickelte Arbeit, bei welcher der Ausgangspunkt ausschliesslich als Inspiration und Gedankenanstoss diente. Mit einem 50 Meter langen Rohr, welches einen Durchmesser von 10 cm besitzt, machte ich mich auf den Weg. Der immer wichtiger werdende Gedanke, der sich während des Prozesses herauskristallisierte, nämlich das Einbeziehen des Betrachters und dem öffentlichen Raum, bekam in einer Performance ihren Ausdruck. Die Aktionskunst beschäftigt sich damit, in der Öffentlichkeit einen Verbindungsraum zwischen der Umgebung, dem Objekt und dem Menschen zu schaffen. Dem Gegenüber wollte ich einen Erfahrungsmoment schenken, welcher einen Gegenpol zum Alltag und den alltäglichen Gedanken bildet.


Fliessbilder 2020
Fliessbilder
2020

Joshua Järmann

Mentorat: Gael Sapin

Medium/ Material: Giesstechnik auf Glasplatte, mit Polyesterharz und schwarzem/weissem Pigment

Diese Objekte entstanden, indem von oben nach unten gemalt wurde. Das eingefärbte Polyesterharz wurde aus einem Topf mit Hilfe von Gravitationskraft auf eine Glasplatte gegossen. In dem Zeitfenster der Trocknungsphase war es möglich diese Fliessbilder nur bis zu einem gewissen Grad zu beeinflussen, da die Fliessbewegung im Topf nicht steuerbar ist.
So entstanden runde Flächen, welche an ein seltsames photographisches Aussehen erinnern, selbst wenn sie nicht wirklich etwas darstellen.
Die Arbeit soll in Richtung Absichtslosigkeit zielen.


fracture and fragment 2020
fracture and fragment
2020

Nina Caviezel

Mentorat: Jacqueline Baum und Albrecht Schnider

Medium: Fotografie digital und analog und 3D-Druck, versch. Formate

…Virtuelle Landschaften erforschen. Tiefer tauchen. Grenzen suchen. Fehler finden. Diese übersetzen und schauen, was dabei passiert. Sich in einer neuen Landschaft wiederfinden. Weiterforschen. Tiefer tauchen. Grenzen suchen. Fehler finden. Diese übersetzen und schauen, was dabei passiert…


Fugue 2020
Fugue
2020

Sophie Grand-Guillaume-Perrenoud

Mentorat:Tine Melzer

Animation

Les gestes jaillissent de nos corps, suivent et rythment nos paroles.
«Fugue» est une composition de mains. Comme sur une partition, ces mains sont des notes. Collées les unes après les autres, les mains deviennent des pauses, des crescendos, une mélodie que je dirige.

«Car on ne peut considérer un geste ni comme la propriété d'un individu, ni comme sa création (nul n'étant en mesure de créer un geste propre, entièrement original et n'appartenant qu'à soi), ni même comme son instrument; le contraire est vrai: ce sont les gestes qui se servent de nous; nous sommes leurs instruments, leurs marionnettes, leurs incarnations.»

– Milan Kundera, L’Immortalité, 1988.


Fundstücke 2020
Fundstücke
2020

Hannah Hänggi, Leonie Beck, Joana Kunz

Mentorin: Jacqueline Baum

Diverse Materialien, Installation (Tisch mit Objekten, Sockel mit Buch, Videoinstallation und Plakate an den Wänden


Was bedeutet Sammeln? Was bedeutet Sammeln für uns?
Solche Fragen haben wir uns im Verlauf dieses Jahres gestellt und je tiefer wir uns mit dem Thema Sammeln beschäftigten, desto interessanter schien dieses zu werden.
Unser Einstieg in das Thema und unser erster Versuch einer Antwort auf die oben genannten Fragen näher zu kommen, bildete ein Dokumentarfilm, den wir während dem ersten Semester drehten. Der fast 40-minütige Film porträtiert vier verschiedenen Sammler*innen. Sie besitzen alle eine grössere oder kleinere Sammlung von Gegenständen, die sie auf individuelle Weise faszinieren.
In einem zweiten Schritt wollten wir das Sammeln als Selbstversuch testen. So haben wir Sammelspaziergänge unternommen und alles mitgenommen, was wir spannend oder schön fanden, was uns irritierte oder interessierte. Mit der Zeit entwickelten wir eine Freude an der Suche und auch an den Gegenständen selber. Wir sahen sie nicht mehr als Abfall, sondern als Fundstücke. Der ständige Austausch und das gemeinsame Reflektieren begleitete uns durch diesen Prozess und half uns, unser Sammelverhalten zu entdecken und zu entwickeln.
Nach drei Monaten haben wir unsere Sammlung, die zurzeit 227 Objekte umfasst, zusammengetragen. Einzig dadurch, dass die so verschiedenen Gegenstände zu einer grossen Sammlung zusammengefügt wurden, entstand eine extrem spannende und anregende Auslege. Beim Betrachten unserer Sammlung entstanden in unseren Köpfen automatisch Geschichten und Fragen zu den Objekten. Wie ist dieser Gegenstand am Fundort gelandet, wem hat er gehört, wo und wie ist er entstanden? Wir begannen die gesammelten Gegenstände mit Bedeutung aufzuladen und schenkten Dingen, die einem im Alltag wertlos erscheinen, Aufmerksamkeit. Nur durch das Mitnehmen der Objekte gaben wir ihnen einen neuen Wert und das Zusammenbringen aller Objekte setzte sie wieder, hinsichtlich des Wertes, auf die gleiche Stufe.


Imperceptible Intimacy 2020
Imperceptible Intimacy
2020

Noah Constantin Krummenacher

Mentorat: Stefan Sulzer

Medium: Installation (Ortsbezogen)
Material: 80g/m2 Papier, Perlonschnur

Es ist nicht nur viel, es ist persönlich, es ist intim. Jede Minute gebe ich subjektlosen Konzernen mehr und persönlicheres über mich Preis, als ich einem Menschen je erzählen könnte, oder möchte. Digitaler Privatraum existiert nicht. Wieso sollte ich nicht alles offenlegen, was ich Google, Facebook und co. so oder so freiwillig preisgebe?

Das Standortprotokoll, welches Google von mir hat, besteht aus mehr als 900’000 Standorten, jeweils auf die Millisekunde genau datiert. Davon wurden diejenigen herausgefiltert, welche meinen Aufenthalt im halböffentlichen Raum der VKD-Studiengangsküche belegen. Es resultieren Zeifragmente, welche zusammengerechnet knapp 22 Stunden ergeben. Laut Google war ich also in den beiden Jahren 2018 (Studienbeginn September 2018) und 2019 insgesamt 21 Stunden und 48 Minuten in dieser Küche. Diese Zeitfragmente abgeglichen mit Datenprotokollen über mich – angefordert von Whatsapp (Facebook), Instagram (Facebook), Google, Apple Mail, Safari (Apple), Spotify – liessen riesige Codedateien entstehen. Einerseits bestehen diese aus Elementen von verschiedenen Code-Sprachen, andererseits aus persönlichen Informationen wie Google-Suchanfragen, private Nachrichten, abgespielte Songs, usw.

Die hier beschriebene Installation ist ein Ortsspezifisches Selbstportrait. Es besteht aus 156 A4 Blättern, beidseitig bedruckt mit persönlichen Daten des Autors. Sie sind mit durchsichtigem Faden in einem Raster mit dem Abstand von jeweils 43cm aufgehängt. Die Aufhängevorrichtung verbindet alle Blätter miteinander. Die Installation füllt den ganzen Raum. Es ist nicht möglich, den Ausstellungsraum zu betreten, ohne die Blätter zu berühren oder zu bewegen. Durch den Medientransfer vom digitalen ins Analoge wird die Abstraktheit der digitalen Vorgänge (partiell) dekonstruirt. Gleichzeitig ist es durch die Hängung unmöglich, die einzelnen Dokumente miteinander zu verbinden und einen Überblick zu gewinnen.


Nicht nichts 2020
Nicht nichts
2020

Seraina Grupp

Mentorat Roland Roos

Konzeptuell, performativ, installativ

06:59 Entnahme von 1.5L Wasser aus der Aare Höhe Monbijoubrücke in Bern
07:02 Abfahrt mit dem Velo Aare aufwärts
08:18 Ankunft Thun
08:25 - 08:35 Einlass von 1.5L Wasser in die Aare Höhe Mühleplatz
09:50 – 09:00 1.5L Wasser passieren ihre einstige Entnahmestelle, Liveübertragung in die Präsentation
09:00 Nun haben wir genau diesem Wasser zugeschaut, wie es jene Schwelle übertrat, nachdem es nochmals genau denselben Weg zurückgelegt hat und nun weiterfliesst. Ich habe mich wahrlich abgemüht, um jetzt hier nach einem Jahr vor euch zu stehen mit nichts in den Händen.


Nicht verstehen ist unbequem 2020
Nicht verstehen ist unbequem
2020

Julia Oetterli, Laura Naima Streiff, Naomi Arpagaus

Mentorat: Jacqueline Baum

Material/Medium: Zeichnung, Audioinstallation
Grösse: 2,37 x 0,6 m

Der Ausgangspunkt dieser Arbeit war das Thema Sprachgrenzen, diese zu überwinden und sich dem Nicht-Verstehen auszusetzen.
Das Projekt verlief in zwei Etappen. In einer ersten Auseinandersetzungmit unterschiedlichen Sprachen entstanden zahlreiche kleinformatige Skizzen, welche sich durch ihre intuitive und schnelle Entstehung auszeichnen. Ein Dialog wurde aufrechterhalten um in regelmässigen Abständen über die jeweiligen Zeichnungen und Erfahrungen zu reflektieren.
Die zweite Etappe basierte auf vier Interviews. Aufbauend auf verschiedenen Skizzen zur Formsuche, gestaltete jede ein grossformatiges Bild pro Sprache.
Die Erfahrung vom Klang, dem Rhythmus und der Melodie einer Sprache auszugehen, ermöglichte einen freien Zugang zum abstrakten Gestalten.


Nie meh allei 2020
Nie meh allei
2020

Carol Gurtner und Alice Oechslin

Mentorat: Daniela Keiser

Medium: Video, Performance, 13 min.

Wo bist du und wo bin ich?
Was ist dazwischen?
Wo ist die Grenze zwischen dem virtuellen und dem physischen Raum?
Wie können wir uns verbinden, kommunizieren und daraus Kreativität ziehen?

Aus der Auseinandersetzung mit diesen Fragen ist eine Performance entstanden, in der Skype als Medium zur live Videomontage benutzt wird. Die Performance wurde mit Screenrecords festgehalten, um dann auf drei Bildschirmen als One-Take-Video wiedergegeben zu werden. Synchron abgespielt bieten die drei Videos den Betrachtenden einen Einblick in unseren Raum, unsere performative Arbeit, in unsere Kreativität und Intimität.


Ohne Titel 2020
Ohne Titel
2020

Jeanne Verdon, Lea Lüscher

Mentorat: Gaël Sapin


Acryl auf Papier, verschiedene Grössen
Was bedeutet simultanes Malen zu zweit auf dem gleichen Stück Papier? Wie können wir eine Welt aufbauen, die wir nicht gemeinsam planen, sondern die erst entsteht? Ein gemeinsamer Dialog, der nicht nur in Worte, sondern auch mit und aus dem Pinsel entsteht. Die Erkundung einer Welt, die aus farbigen und flächigen Fragen gemalt ist.


Reference to Reference#388475848-5 2020
Reference to Reference#388475848-5
2020

Sophia Fries

Mentorat: Roland Roos

Medium: Videoarbeit 7:53’

To: the audience of my presentation on September the 2th at 9:15 am (in Swiss time) in the Auditorium at Fellerstrasse 11, Bern.
I am writing in reference to this presentation I was obliged to hold today. Although I haven’t done anything, I will show you a film in a moment. There it is clearly visible that I haven’t done anything, especially doing a film about doing nothing.
(...)
I might have misunderstood the means of this presentation. Maybe it is nothing about showing finished work. You know, I’m not complaining about the general presentations standards. I really like to exchange thoughts.
(...)
I think I have to question this concept in order to free one up for discussion. It is the only way to get one to think about what exists in order to remain flexible in changing circumstances.


Removed 2020
Removed
2020

Lina Schweizer

Mentorin: Jacqueline Baum

Medium/Material: Installation mit Plastikfolie, Schaumstoff-, Drahtgewebe- und Fimoobjekten

Die installative Arbeit Removed setzte sich mit der Eigenschaft der Körperlichkeit eines Materials auseinander. Ausgehend von der Vorstellung vom Innern des menschlichen Körpers entstanden abstrakte Zeichnungen, die in verschiedene Rohmaterialien übersetzt wurden. Dabei stand das Arbeiten mit dem Material und seinen Eigenschaften im Vordergrund. In dem Gesamtgefüge stehen die ausgearbeiteten organischen Formen und schlauchartigen Verbindungen im Gegensatz zu den nur grob bearbeiteten Rohmaterialien. Die schlauchartigen Objekte bringen die verschiedenen Objekte miteinander in Verbindung und stellen eine gewisse Linearität im Raum dar.
Die Betrachtenden sollen sich durch den Raum und zwischen den Objekten hindurchbewegen und sich dabei von der assoziativen Leseart leiten lassen.


versuchter Tod der Autorin (Arbeitstitel) 2020
versuchter Tod der Autorin (Arbeitstitel)
2020

Mina Achermann

Mentorat: Markus Weiss

Installation
bedrucktes Papier - an die Wand tapeziert, drei Kopfhörer, drei IPods

die suche nach einem raum, der uns verbindet
nach einer möglichkeit des transfers von räumen
der versuch, regeln aufzustellen
ein system denken
über die rolle in diesem system nachdenken
ein denkkonstrukt bauen
und dieses denkkonstrukt immer wieder dekonstruieren

Mithilfe präzise formulierter Anleitungen wurde ein Briefzirkel initiiert. Die dort entstandene kollektive Gedankenproduktion wurde zu einem kleinen Teil per Telefon in auditiver Form zugänglich gemacht. Die grundsätzliche Reflexion über das System Kunst und die Systeme in der Kunst während dieser Arbeit wurden als Manifest in den Raum getragen.


Wie der Tag langsam zur Nacht 2020
Wie der Tag langsam zur Nacht
2020

Björn Poffet

Mentorat
Regina Dürig und Jacqueline Baum

Medium/Material
Prosatext, Buch, Hardcover mit Gewebeeinband und Schutzumschlag, 152x229mm, 106 Seiten

Für euch, ihr, die ihr mir eure Erlebnisse geliehen habt.

Beim Inhalt dieser Arbeit handelt es sich um die Realität!

Innigkeit wird als eine tiefe Empfindung definiert. Taten, die aus der Tiefe der Zuneigung, der Freundschaft, der Verbundenheit und der Liebe entspringen. Innigkeit ist mit Zärtlichkeit verbunden. Zärtlichkeit, ein starkes Gefühl der Zuneigung und der, damit verbundene Drang, dieser Ausdruck zu geben entspringt denselben Tiefen wie die Innigkeit. Hass, eine heftige Abneigung, ein unglaublich starkes Gefühl der Ablehnung und Feindschaft gegenüber einer Person, einer Gruppe oder einer Institution. Hass entspringt, ähnlichen Tiefen, wie Zärtlichkeit und Innigkeit.

Auf Grund der sexuellen Orientierung oder der Genderidentität diskriminiert zu werden, ist die Realität vieler. In einer engen Zusammenarbeit mit Fach- und Beratungsstellen für die Mitglieder der Queercommunity sowie LGBTQ+ Menschen entstand ein Text, der Erlebnisse der Diskriminierung, der Gewalt, der Innigkeit und der Zärtlichkeit, bündelt. Der Text bewegt sich im Spannungsfeld zwischen Fachwissen, politischen Ereignissen, Erlebnissen aus meinem Umfeld und meinen eigenen Erlebnissen. Alle Erlebnisse wurden zum Schutz der Personen, die diese beitrugen, anonymisiert. Die Form, in der sie im fertigen Text enthalten sind, wurde von den Menschen, die mir ihre Erlebnisse geliehen haben, autorisiert. In der Mischung aus Innigkeit und Weltscheiss entsteht so ein aufgeladener Einblick in die Queercommunity und in das Tragen eines gemeinsamen Traumas.

Mit herzlichem Dank an viele


2019

Es hä(b)t so langs hä(b)t 2019
Es hä(b)t so langs hä(b)t
2019

Seraina Grupp

Mentorat: Nicolas Wirth

Installation aus weiss lasiertem Holz, Papier & Eis, 265 x 400cm


Die Kälte. Das Tropfen. Die Unwissenheit. Wann bricht das nächste Eis durch? 
In dieser Installation fanden sich die Betrachtenden inmitten einer Eisschmelze wieder.
Damit verbundene Assoziationen wie Gletscherschwinden und Klimawandel wurden im anschliessenden Gespräch diskutiert; Das hitzige Thema im Kontrast zur Kälte, die im Raum schwebte.


Bahn de Chügeli 2019
Bahn de Chügeli
2019

Maja Walter

Mentorat: Markus Weiss

Interaktive Skulptur aus Stahl sowie diversen Materialien.


Die Murmelbahn besteht aus einer fixen Metallkonstruktion sowie frei beweglichen Elementen wie Rohren, einer Leiter, einem Helm mit Metallaufsatz, Stoff oder einem Holzbrett. Mit diesen Elementen kann jede Gruppe von kooperationsfreudigen Menschen ihre ganz eigene Version der Skulptur kreieren, sie werden aktiver Bestandteil davon.
Einen Sommer lang tourte die Bahn de Chügeli durch die Schweiz. Sie war zu Gast auf diversen Festivals, an einer Kunstparty, im Tram, auf der Strasse. Sie schuf Momente der Konzentration, der Kooperation, der Begegnung, der Bewegung, der Freude – des Spiels. 


Blöffertaxi 2019
Blöffertaxi
2019

Mina Achermann

Mentorat: Manuel Schüpfer, Michael Mischler

Videoinstallation (Dauer 2:27) / Druckgrafik (65x70mm/ 500mmx700mm)


Heitere Fahne! Ein Kulturhaus, eine Idee, viel Leidenschaft, Freundschaft, Mut und Idealismus. Ein Ort, an dem Räume geöffnet werden für ungezwungene Begegnungen. Ein idealistischer Freiraumpalast. Menschen, die zusammenkommen - Menschen mit und ohne Beeinträchtigung, Menschen mit Migrationshintergrund, SozialarbeiterInnen, Kinder, KünstlerInnen, Menschen mit oder ohne Sorgen. Sie alle machen die Heitere Fahne zu dem was sie ist: Anregend, aufwühlend, inspirierend, frech, wild, inklusiv, offen, herzlich, ehrlich und im Idealismus träumend.
Eine lange, etwas rostige Limousine bringt Menschen mit Beeinträchtigung in die Heitere Fahne, damit deren Kulturgenuss nicht am Weg scheitert. Es ist das Blöffertaxi, das auch immer nach heiteren Kulturabenden die Gäste wieder nach Hause fährt.

Die Gestaltung von Drucksachen sowie eines Videos soll mit der Gestaltung dem Austausch im Taxi in die Hände spielen. Die Menschen sollen zusammen in den blauen Flitzer steigen und sich kennenlernen indem sie einander die Fragen des Lebens stellen.


Chez soi 2019
Chez soi
2019

Sophie Grand-Guillaume-Perrenoud

Mentorat: Jacqueline Baum

Installation mit gefärbten Tüchern

Zuhause. Was ist es? Wo ist es? Kann es hier sein, kann es dort sein? Darf ich das jetzt machen? Darf ich das sagen? Ein Stück von mein Zuhause, Farben vom Süden, vom Norden, von hier. Meine Komposition.


Die Ehrlichkeit des Werdens 2019
Die Ehrlichkeit des Werdens
2019

Noah Constantin Krummenacher

Mentorat: Franticek Klossner

Performance
Material der Skulpturen: Töpferton


Wann bist Du in, bei, mit Dir?
Durch Erfahrung des Selbst entsteht Ehrlichkeit zum Gegenüber.
Schliesse die Augen, öffne!


Iffigbach 2019
Iffigbach
2019

Anika Rieben

Mentorat: Andrea Wolfensberger

Fotografie, Zeichnung, Installation
11 Fotografien à 25 x 37,5 cm, 1 Zeichnung à 25 x 37,5 cm, 1 Holzfenster mit Tragegestell ca. 90 x 15 x 35cm  


Den Ausgangspunkt dieser Arbeit bildet in zweierlei Hinsicht der Begriff der Quelle. Einerseits folgte ich dem Lauf eines Bachs im Berner Oberland bis zu drei verschiedenen Quellen, andererseits ging ich mit dem alten Fenster aus dem Elternhaus meiner Grossmutter auch meinem eigenen Ursprung auf die Spur. Die Fotografien des Bachs, welche durch das Fensterglas hindurch aufgenommen sind, suggerieren Aspekte wie Transparenz, Spiegelung und Unterteilung, beziehungsweise Vermessung. Sie spielen mit dem Raum sowie dem Fremdkörper in der Landschaft in Verbindung mit dem Menschen. In der Ausstellung werden die Fotografien dem Fenster als physisches Objekt gegenübergestellt und durch eine Zeichnung des zurückgelegten Weges ergänzt.


IM RAUM 2019
IM RAUM
2019

Noëlle Asmara Bigler

Mentorat: Daniela Keiser

Installation


Die Installation beinhaltet zwei Fotografien, sowie auch zwei rote Stühle des Stadtgrüns Bern. Die beiden Fotografien wurden einander gegenübergestellt, und gleichzeitig durch die Hängung architektonisch in den Raum integriert, um einen neuen Raum quer über den Gang zu eröffnen. Dieser Eingriff soll die Betrachterinnen dazu veranlassen, stehen zu bleiben und sich hinzusetzen.Die Arbeit entstand basierend auf einer intensiven Recherche mit der Stadtmöblierung und dem öffentlichen Raum Bern, um somit einen neuen Raum zu schaffen, in dem das „Sitzen“ möglich wird. 


Nature transformée 2019
Nature transformée
2019

Sophia Fries

Mentorat: Markus Weiss

Sechs Fotografien (100x60cm), Sechs Kohlestaubhaufen


Ein Kreislauf von Werden und Vergehen, eine Metamorphose von Material, ein Verlust von Farbe und Form, verursacht durch Feuer. Pflanzen verwandelt, Organisches anorganisch gemacht, versteinert. Wachsende und verblühende Organismen werden durch den Prozess des Verkohlens in ihrem natürlichen Werden angehalten. Doch das Material bestimmt die Erscheinungsform und Pflanze wie Kohle reagieren auf Zeit – wenn sich auch die Art des Vergehens unterscheidet.

Die Fotografien halten den kurzen Moment direkt nach dem Verkohlen fest, wo die fragile Form der Objekte noch erkennbar ist. Unter den Fotografien finden sich die Objekte, zu Kohlestaub zerrieben.


o abrigo ; the shelter 2019
o abrigo ; the shelter
2019

Benjamin Schwander

Mentorat: Daniela Keiser

Ton- und Lichtinstallation
Holz, Metall, Körperschallwandler, Lichtorgel, Subwoofer und Boxen

o abrigo ; the shelter ist eine Ton- und Lichtinstallation, welche durch den Einsatz spezifischer Materialien und technischer Geräte, sowie durch die präzise Auseinandersetzung mit dem Raum versucht, ein Phänomen aus dem Aussenraum im Innenraum zu thematisieren. Dabei steht ein aus dem natürlichen Phänomen entstehendes Zusammenrücken im Vordergrund, welches Nationalität, Religion und gesellschaftliche Normvorstellungen in den Hintergrund rücken lässt. Die Suche nach Schutz wird initiiert durch bekannte und eindringliche Geräusche, vollkommene Dunkelheit und zuckende Lichtakzente. Das Licht reagiert ebenso auf die Tonquelle wie der Ton selbst und lässt den Grundriss des Raumes erkennbar werden, jedoch sofort wieder in der Dunkelheit und in einer irritierenden Unsicherheit verschwinden.


Ohne Titel 2019
Ohne Titel
2019

Aline Witschi

Mentorat: Andrea Heller

Installation/Skulptur
Kopierpapier weiss, A3
Stückzahl unbekannt


Der Körper ist das Ergebnis einer intensiven Auseinandersetzung mit der Wiederholung. Ein bestimmter, tausendfach wiederholter Bewegungsablauf, begleitet von den unterschiedlichsten psychischen Zuständen, prägen seine Entstehung. Die Einzelteile beschreiben den Weg und der Körper steht für das Ziel, welches über das Auge des Betrachters definiert wird.


Ohne Titel 2019
Ohne Titel
2019

Nina Caviezel

Mentorat: Urs Aeschbach

Elf Aquarellmalereien, verschiedene Formate


Im Rahmen dieser Jahresarbeit entstanden elf monochrome Aquarellmalereien. Gemeinsam ist den Bildern, dass sie ausgehend von Fotografien (hauptsächlich aus den 50er und 70er Jahren) entwickelt wurden. Dabei wurden durch Spiegelung, Verzerrung, Drehung, Verschachtelung und Kombination verschiedener Fotografien neue Bildwelten erzeugt. Die Arbeit befasst sich hauptsächlich mit der Thematik der zwischenmenschlichen Beziehung, aber auch mit Szenen aus der Arbeitswelt. Von Bedeutung ist auch das Spiel mit Positiv und Negativ, erzeugt durch die Freilassung des Weissraumes. Durch die Monochromie der Malereien gewinnt die Farbe an Bedeutung, da sie der dargestellten Szene eine ganz bestimmte Stimmung verleiht.


Ohne Titel 2019
Ohne Titel
2019

Elin Elmiger

Mentorat: Esther van der Bie und Mika Mischler

Material: Fine Art Print
Medium: Fotografie
Grösse: 50.53 x 75.72 / 101.63 x 152.43 / 107 x 160.48 cm


Auf meinen Zugfahrten zwischen Bern und dem Luzerner Seetal, den Orten an denen ich wohne, fahre ich jeweils am Kernkraftwerk Gösgen vorbei. Dieser architektonische Körper in der Landschaft hat mich zu interessieren begonnen. Mit Hilfe des Mediums der Fotografie habe ich das Gebäude und seine Umgebung erkundet und beobachtet. Mich hat interessiert, wann dieses Bauwerk Teil der Umgebung ist und wann es zum Fremdkörper wird. Besonders fasziniert haben mich die Kippmomente zwischen diesen beiden Extremen. Die Arbeit soll zum Nachdenken über Architektur in der Landschaft einladen, ohne dabei die Debatte über Kernkraft auszuklammern. Präsentiert wurde ein Zwischenstand, am Projekt wird weitergearbeitet.


Schattenkörper 2019
Schattenkörper
2019

Carol Gurtner

Mentorat: Urs Aeschbach

Gouache auf Papier

Ich male meinen eigenen Schatten während dem Malen. Durch meine Bewegungen und das sich verändernde Licht entstehen verschiedene Schichten, Formen und Bewegungen.


Skins 2019
Skins
2019

Laurène Hayoz

Mentorat : Esther van der Bie

In-Game Fotografie (Assassin’s Creed Odyssey)
76 x 135 cm


Fünf Fotografien hängen an der Wand. Sie haben die Besonderheit nicht Aufnahmen der wahren Welt zu sein, sondern die eines Videospiels.
Durch die Benützung des Fotomodus des Spiels, der es ermöglicht Fotografien mit allen Funktionalitäten eines echten Fotoapparats aufzunehmen, beschäftigt sich diese Arbeit mit der Materialität des Videospiels.

Mit der Hilfe der simulierten Tiefenschärfe wurden die Bilder in verschiedene Ebenen mit totalen unterschiedlichen Bildsprachen fragmentiert. Scharfe Elemente, digitale Rasterungen und quasi malerische Unschärfe koexistieren und überlappen sich miteinander. Jedes Bild hat seine eigene Balance und schwankt zwischen abstrakt und figurativ, digital und organisch. Die verminderte Raumwahrnehmung hebt diese einzigartigen Bildsprachen hervor.


Im Videospielbereich bezeichnet Skins Verkleidungen, die ästhetische Änderungen des Spieles oder der Figuren erlauben.


Was bleibt. 2019
Was bleibt.
2019

Lilian Madleina Capaul

Mentoren: Ursula Jakob, Patricia Schneider

Siebdruck, Risograph, Zeichnungen mit Demenz-Simulations-Box Form
Installative Anordnung loser A3 Blätter    


Der Ausgangspunkt bildeten Situationen, welche ich erlebte in meiner Tätigkeit als Pflegefachfrau auf einer Demenzabteilung. Bei diesem Werk ging es darum, den erlebten Situationen eine Form zu geben und Fassetten der Krankheit Demenz, anhand von Personen zu zeigen. Demenz verändert den Menschen. Deshalb habe ich die Zeichnungen und Sätze in einer Demenz-Simulation-Box hergestellt. Personen mit Demenzerkrankung haben oft vergessen, dass sie etwas schon einmal oder mehrere Male getan haben. Um dieses unaufhörliche Wiederholen darzustellen, wählte ich die Drucktechnik. Auch wissen sie oft nicht mehr, warum sie an diesem Ort sind, der sie vor sich selber schützt. Es scheint, dass alles, was sie wahrnehmen, geschlossene Türen und fremde Anlagen sind. Der Grundriss auf dem karierten Papier ist standardisiert und unveränderlich. Genauso wie das standardisierte, unpersönliche Zimmer in einem Altersheim.


2018

IN MEMORIAM 2018
IN MEMORIAM
2018

Tina Odermatt



Mentorat: Jacqueline Baum

Installation und Performance


Die Performance In Memoriamist die Darstellung eines gescheiterten Kreativ-Prozesses. Was machen, wenn man nicht mehr weiterkommt? Wenn nichts mehr Sinn macht? Wenn man vor lauter Fragen blockiert ist? 

 

Das Publikum wird zu einem Leichenmahl eingeladen.  Die Leute setzen sich um den langen Tisch, die Performerin grüsst, dankt für das Erscheinen und lädt zum Essen ein. Doch schnell wird die Stimmung unangenehm. Die Performerin isst in sich versunken, ungepflegt und führt ein Selbstgespräch. Während dem Essen beschreibt sie in loser Form Momente ihres Kreativ-Prozesses und thematisiert Unsicherheiten, Ängste vor dem Scheitern und Selbsthinterfragung. Auf dem Tisch befinden sich Sets mit Skizzen und Fotos von aufgegebenen Ideen, Projektembryos, welche die Performerin entwickelt hatte. Das Essen auf dem Tisch symbolisiert ebenfalls verschiedene Phasen des Prozesses.

 

«Die Unmöglichkeit sich künstlerisch und vermittelnd zu positionieren führte zu einer generellen Befragung von sich selbst und die Momente des Scheiterns wurden Ausgangslage für die Performance «In Memoriam». Das Begräbnis der Jahresarbeit als Anlass zu nehmen, um diesem Scheitern eine Form zu geben, war ein mutiger Schritt. Die kapellenartige Stimmung in der Cabane B, die lange gedeckte Tafel und die Verweigerung einer konstruktiven Kommunikation machten die ganze Performance für das Publikum unerträglich, so dass einem förmlich der Biss im Halse stecken blieb. Filme wie «Festen» von Thomas Vinterberg oder «The Square» von Ruben Östlund wie auch andere Werke aus Kunst und Performance wurden im Geiste wachgerufen und boten eine Hintergrundfolie für die gewagte Performance. Das Selbstgespräch war überzeugend dargestellt als hilfloses aber auch sehr bestimmtes Abdriften und verstärkte das Unwohlsein im Publikum.» Jacqueline Baum


MANZI 2018
MANZI
2018

Isabelle Weber


Mentorat: Daniela Keiser

Kupferrohr, Wasser, Rotameter. Installation raumvariabel.

Ein Kupferrohr ist entlang den Wänden und dem Boden durch den Raum verlegt. Durch die Leitung fliesst Wasser - sichtbar gemacht durch einen Rotameter. Die Leitung richtet sich einem In- und einem Output des Raumes aus. Es ist allerdings nicht erkennbar, woher die Leitung kommt und wohin sie geht. Die Betrachtenden sehen nur einen Teil eines grösseren Systems.

„Manzi“ ist Nyanja und bedeutet Wasser. Nyanja wird in verschiedenen Regionen Sub-Sahara-Afrikas, unter anderem in Sambia, gesprochen. Die Arbeit Manzi ist im Kontext meiner Auseinandersetzung mit der Relation zwischen der Schweiz und Sambia entstanden. Sambia ist reich an Bodenschätzen, verfügt über eines der grössten Kupfervorkommen überhaupt und ist gleichzeitig eines der 20 ärmsten Länder weltweit. Die Schweiz ist auf dem Papier, d.h. gemessen am Handelsvolumen, der grösste Importeur von sambischem Kupfer. Physisch gelangt kaum jemals Kupfer in die Schweiz. Dem Rohstoffriesen und umsatzstärksten Konzern der Schweiz, Glencore, gehört 73 Prozent der grössten Bergwerksgesellschaft Sambias, der Mopani Copper Mines. Trotz der hohen Preise für den Rohstoff, weist die Mopani Copper Mines in den vergangenen Jahren nur Verluste aus. Man geht davon aus, dass multinationale Unternehmen wie Glencore die Gewinne künstlich in ein steuergünstigeres Land verfrachten. Sämtlicher Kupfer, der von den Mopani Copper Mines produziert wird, wird intern an Glencore verkauft. Der Kupferabbau der Glencore-Mine in Mufulira bringt den AnwohnerInnen derweil vor allem Gesundheitsrisiken, zerstört durch sauren Regen die Vegetation und kontaminiert das Grundwasser.

Die Arbeit Manzi soll in diesem Kontext gelesen werden.


Lieben Dank gilt der B. + U. Buchschacher AG, der Spaeter AG und derNussbaum GmbH in Bern.

Und für mehr Hintergründe zur städtischen Wasserversorgung, beispielhafter Vergleich der Wasserversorgung von Luzern und Lusaka auf: lucernewater.ch


Passage 2018
Passage
2018

Nadja Knuchel

Mentorat: Andrea Wolfensberger Material: 6 Ventilatoren, Gartenvlies, Holzlatten



Die künstlerische Auseinandersetzung galt dem „Einhüllen“ des menschlichen Körpers in einen Stoff, der von mehreren Ventilatoren in den Raum befördert wird. Der Holzrahmen dient als Formgeber des Stoffes, wobei hier zwei gleiche Formen sich gegenüber stehen und sich gegenseitig ganz zart berühren. Der Betrachter soll die Situation zwischen den beiden Tücher erleben und die Installation „passieren“. Das Gefühl des „dazwischen sein“, des „eingebettet werden“, des „vom Tuch umschmeichelt werden“ kann der Betrachter erleben und wird somit auch Teil der Installation.


Raumtransfer 2.4 2018
Raumtransfer 2.4
2018
Bachelor 2018

Lara Caluori

Kontakt: lara.caluori@gmail.com

Titel: Raumtransfer 2.4

Mentorat: Stefan Sulzer, Andrea Wolfensberger

Technik: Skulptur / Installation

Format: Variable Installation (in diesem Arrangement: 0.4x 0.8m, 1.5x 1.1, 1.7x 0.5m, 1.7x1.4m)

Materialien: Polyestergiessharz, Kunststoffgittergewebe, Glas, Silikon, Kunststoffsaugnäpfe, Aluminium, Poly-urethangiessharz

Raumtransfer 2.4 ist eine mobile, flexible, skulpturale Installation. Zwei Objekte lehnen an der Wand, Eines liegt am Boden, ein Weiteres steht fragil in der Raummitte. Die jederzeit verstellbaren Skulpturen sind in diesem Arrangement in ein Equilibrium gebracht und gehen eine Konversation miteinander und mit den Betrachtenden ein. Sie beziehen sich auf die Grösse und die Bewegung der Betrachtenden.

Die Objekte stammen aus der Nasszelle. Der Begriff der Nasszelle bezeichnet den architektonischen Innenraum in welchem Wasserleitungen liegen und welcher wasserdicht ausgestattet ist.Die Nasszelle ist die ursprüngliche Form des heutigen individualisierten Badezimmers und kann als architektonisch genormter Raum mit wiedererkennbaren Attributen betrachtet werden. Die Objekte spielen mit der funktionalen Einrichtung des Raumes. Sie laden nicht zum Wohlfühlen in einer Badeoase ein. Architektonische und mobile Elemente aus der Nasszelle werden in abstrakte Objekte umgewandelt und in den Ausstellungsraum transferiert. 


Yokko Okoy 2018
Yokko Okoy
2018

Nina Kurth

 



Mentorin: Helena Schmidt

online Performance, Fotografie, Video 



Hey I’m Yokko Okoy and this is my life!  

Diese Performance ist alles andere als real. Oder etwa doch? Yoko war in Thailand mit Delfinen schwimmen, sie durfte in Moskau bei der Schwanensee Ballett Aufführung mittanzen, sie hat ein promoviertes Fitnessprogramm und lernt momentan Akkordeon spielen.

Yokko Okoy ist eine Person, die real existierende Grenzen spielend leichtfüssig überschreitet und die „ach so schöne Social Media Welt“ mit einem Schmunzeln parodiert. Möglichst mit dem Motto: „Be wild, be free, be everything you want!“ - Yokko Okoy


2017

CONCRETE PIC NYC 2017
CONCRETE PIC NYC
2017

Tina Odermatt

Mentorat: Josef Loretan und Jacqueline Baum


1 Monat in New York City

5 Picknick Sets

10 kg Beton

9 Stunden Kochen

6 Begegnungen


Die Arbeit „Concrete Pic Nyc“ unterteilt sich in zwei Hauptphasen; das Erstellen von Geschirr aus Beton und seine Verwendung in den Strassen von New York City. Die Picknicks wurden fortlaufend auf Instagram dokumentiert. 

Das Concrete Pic Nyc Set besteht aus einem Löffel, einem Becher und einer Schale aus Beton, dazu eine Tasche genäht aus einer Leuchtweste. Die Tasche ist multifunktional, sie dient zum Schutz des Geschirrs und als Sitzfläche. Es wurden fünf Sets erstellt. Von den fünf Sets sind drei Sets und ein Löffel in New York geblieben.


Füllen 2017
Füllen
2017

Elisa Schiltknecht und Barla Pelican


Ein Experiment.


Wir öffnen einen Raum für alle - alle die Lust haben kreativ aktiv zu sein. Was wird sich ergeben? Wo gibt es Grenzen? Entstehen Konflikte? Farben und Pinsel stellen wir zur Verfügung. Es kommen Menschen von verschiedenen Tätigkeiten und Altersstufen, mit verschiedenen Interessen, Fähigkeiten und kulturellen Kapitalen. Die Wände werden immer voller. Berührungspunkte werden unumgänglich. Ein interessanter Akt entsteht. Wie wirken die Beteiligten aufeinander ein? Wie kann man etwas Vorhandenes weiterführen, ohne es zu rekonstruieren? Entsteht durch Eingreifen eine Abwertung oder eine Aufwertung des bereits Vorhandenen? Eine Interaktion von Selbstüberwindung und Kompromissen entsteht. Wunderbare Momente und ein Gemeinschaftswerk sind Resultat dieses Wagnisses. Wir selbst haben aus diesem Projekt wertvolle Erkenntnisse gezogen und viele Fragen bleiben noch zu beantworten. Wie definiert sich unsere Rolle in diesem Projekt? Was sind unsere ästhetischen Ansprüche? Ist es überhaupt legitim, in diesem Rahmen ästhetische Ansprüche zu haben? Wie und wann greifen wir selbst künstlerisch ein? Uns ging es bei diesem Projekt nicht um eine komplett bemalte Wand, sondern um eine Aktion und den Austausch mit den Mitwirkenden. 


Link zur Cabane B


2016

Eine Bibel 2016
Eine Bibel
2016

Nora Bratschi

Mentorat: Andrea Wolfensberger, Romy Troxler

Jakob richtete an dem Ort, wo Gott mit ihm geredet hatte, ein Steinmal, einen Gedenkstein, auf. Darüber schüttete er ein Trankopfer und goss Öl darauf. (Genises 35.14 )

Wenn du ein neues Haus baust, sollst du um die Dachterrasse eine Brüstung ziehen. Du sollst nicht dadurch, dass jemand herunterfällt, Blutschuld auf dein Haus legen.(Deuteronomium, 22.8)

Da zerrissen sie ihre Gewänder, begannen laut zu klagen und streuten sich Staub auf das Haupt. (1. Makkabäer, 4.39)

Alles hat seine Stunde. Für jedes Geschehen unter dem Himmel gibt es eine bestimmte Zeit: eine Zeit zum Steinewerfen / und eine Zeit zum Steinesammeln. (Kohelet 3.1/5)

Zerreißt eure Herzen, nicht eure Kleider, (Joel 2.13)

Von ihrer Schlechtigkeit zeugen heute noch rauchendes Ödland und Pflanzen, die zur Unzeit Früchte tragen, und eine Salzsäule ragt als Denkmal einer ungläubigen Seele empor. (Weisheit 10.7)

Es war etwa um die sechste Stunde, als eine Finsternis über das ganze Land hereinbrach. Sie dauerte bis zur neunten Stunde. Die Sonne verdunkelte sich. Der Vorhang im Tempel riss mitten entzwei, (Lukas 23.44/45)

Eine Frau soll sich still und in aller Unterordnung belehren lassen. Dass eine Frau lehrt, erlaube ich nicht, auch nicht, dass sie über ihren Mann herrscht; sie soll sich still verhalten. Denn zuerst wurde Adam erschaffen, danach Eva. Und nicht Adam wurde verführt, sondern die Frau ließ sich verführen und übertrat das Gebot. Sie wird aber dadurch gerettet werden, dass sie Kinder zur Welt bringt, wenn sie in Glaube, Liebe und Heiligkeit ein besonnenes Leben führt.  (Timotheusbrief 2.11-15)

Kontakt: E-Mail-Adresse
Eine Bibel PDF


2015

Möglichkeiten 2015
Möglichkeiten
2015

Nora Bratschi
Mentorat: Romy Troxler, Albrecht Schnider

Ausgehend von Berg-und Waldbücher wurden neue Bildgefüge zusammengesetzt. Andere Landschaften, Erzählungen und Sichtweisen entstehen. Das Bildmaterial wurde zerschnitten, übereinandergelegt und zu neuen Konstellationen verarbeitet. Diese schweben zwischen Illusion und Desillusion. Die Naturlandschaften werden durch Brüche irritiert und aufgelöst. Die Kopierränder verweisen auf die Herkunft der Bilder.
Es sind Möglichkeiten, die Bilder sind nicht fixiert, die Schichten liegen lose aufeinander. Die Bildwelten sind nicht von Dauer und existieren nur, wenn sie ausgelegt werden. Der perfekte Moment wird unwichtig.

Kontakt: E-Mail-Adresse