2019

Geistiges Kapital 2019
Geistiges Kapital
2019
Major 2019

Pia Catherine Zühlke

Mentorat: Jacqueline Baum & Markus Fehlmann

Eng begleitet bei Magdalena Schindler, Kunstvermittlung Kunstmuseum Bern


Geistiges Kapital  

Ein Kunstwerk - multiple Geschichten


Ein Kunstwerk kommt mit einem grossen geistigen Kapital. Es verbirgt und beinhaltet vielfache unsichtbare/stumme Stimmen, welche von historischen, politischen, gestalte- rischen Inhalten und didaktischem, kuratierenden, forschendem und handwerklichem Umgang, erzählen. Es ist ein Gefäss, dass multiple Perspektiven zu einer Gesamtheit von Kenntnissen in sich vereinigt und in einem visuell-, und/oder auditiv-ästhetischen Ausdruck präsentiert. Das Kapital beherbergt folglich eine Vielzahl an einzelne «Wahr- heiten», welche in ihrem Umfang und Komplexität kaum vollständig erzählt werden können. Eine Schwierigkeit, mit welcher VermittlerInnen schon lange konfrontiert sind. Die voranschreitende Digitalisierung ermöglicht eine vielseitigeren Zugang und mehr- strängige Handhabung von ursprünglich analogen Werten. Inhalte können von mehre- ren Seiten über unterschiedliche Medien oder Portale entdeckt werden. Was bedeu- tet das für das geistige Kapital der Kunst?


Kohle 2019
Kohle
2019
Major 2019

Christiane Hamacher

Mentorat: Gila Kolb

1 künstlerisches Vermittlungsprojekt im Propädeutikum der Schule für Gestaltung Biel. 100kg Grillkohle. 4 künstlerische Arbeitsmethoden. 1 Projektarbeit. 2 Wochen Zeit. 1 Reflexionsbogen zu Ende des Projektes zur eigenen künstlerischen Forschung. 2 Minuten Performance als Präsentationsform. 45 Studierende. 5 Dozierende. 1 Assistentin. 1 Forschungslabor. 1 Aktionsraum. 1 Farblabor. 1 Malatelier. 1 Werkstatt. 45 persönliche Arbeitsplätze. 1 Interview mit einer Studierenden. 1 Transkription. 1 Auswertung unter dem Blickpunkt der Vergleichbarkeit von vermittelnden und künstlerischen Prozessen. Diese möchte ich reflektieren und das Wissen über die Erfahrungen in ein eigenes Vokabular fassen.

Das Material Kohle, in einem Setting einer Laborsituation, war der Ausgangspunkt der eigenen künstlerischen Forschung der Studierenden. Jeder Studierende erhielt eine weiße Schachtel im Format A3 als Forschungsbox. Weiße Überziehschuhe, Hauben und Atemmasken wurden ausgeteilt und das Labordurfte nur auf diese Weise betreten werden. Die Kohle als Ausgangsmaterial wurde gewählt, weil sie sich stark in der Geschichte der Welt, Gesellschaft und in den Künsten verankert hat. Der Verbrennungsprozess hat das Material zu einer fast abstrakten brüchigen Form gestaltet. Wenn Kohle lange genug gepresst wird, entsteht daraus ein Diamant. Wir nahmen dieses Bild der Transformation und die verschiedenen visuellen Zustandsformen des Materials als Leitmotiv für den künstlerischen Arbeitsprozess.

In der Jahresplanung der Studierenden des Propädeutikums wird in der zweiten Hälfte des Jahres bis zum Abschluss individuell projektartig gearbeitet. Wir haben das Projekt auf die Art geplant und konzipiert, dass verschiedene künstlerische Arbeitsmethoden exemplarisch aufgezeigt, erfahren werden und die Basis bilden für die folgenden Module. Wir bauten unseren Unterricht zum Start und als Sprungbrett in die eigene Projektarbeit mit geführten halbtägigen Sequenzen zu ausgewählten künstlerischen Arbeitsmethoden auf. Ausgehend von dem Material, der Kohle, planten und begleiteten wir als Team das Projekt. Ein wesentlicher Punkt in der gemeinsamen Arbeit des Teams waren die beteiligten Dozierenden, die in dialogischer Form sich gegenseitige Impulse und Erweiterungen zu Methoden für eine professionelle Begleitung der Studierenden gaben. Ein Echoraumzur Überprüfung der eigenen Haltung und Position.

Die Auswertung des Interviews mit der Studierenden vermittelt die Perspektive meiner Arbeit auf die Methoden, als Impulse der Kunstvermittelnden, und ihre Wirksamkeit in der eigenen künstlerischen Arbeitsweise.


Réactions Culinaires 2019
Réactions Culinaires
2019
Major 2019

Ksenia Sadilova
Andrea Rickhaus


Minor Kulturvermittlung 

Mentorat: Dorothea Schürch, Valerian Maly, Chantal Küng   Im Zentrum unserer Interessen liegt das Kochen und das Essen, welche als sozial-kommunikatives Ritual die Grundlage für Gespräche bilden. Diese alltägliche Praxis des Kochens und Essens verstehen wir als einen universellen, prozessorientierten Akt, der Ge- meinschaft fördern und einen Raum für sinnliche Erfahrungen eröffnen kann. Kochen und Essen werden in unserem Projekt als eine experimentelle Strategie erprobt, die kontextabhängig auf Ort und Ereignis re- agiert. Ziel ist es, einen Ort für Fragen (Raum) und einen Moment des Austausches (Zeit) zu kreieren. Dieses Prinzip wollen wir als eine vermittelnde Praxis im Rahmen von künstlerischen Situationen erforschen. Der Fokus liegt darauf, körperliche Handlungsspielräume und ephemere Zustände zu eröffnen, um Gewohnheiten und Konventionen zu verschieben. Für unser Vermittlungsprojekt haben wir das Prinzip der Réactions Culinaires - spielerisch und kontextabhängig kulinarisch auf Ort und Ereignis zu reagieren - in drei ver- schiedenen Settings erprobt: 

Réaction Culinaire(1) fand im Rahmen der Finissage der République Géniale am 10. und 11. November 2018 im Kunstmuseum Berns statt. Das Untergeschoss wurde für zwei Tage zu einer installativen Rohkostküche arrangiert.

Réaction Culinaire(2) begann am 17. Januar 2019 in der Küche und endete bei der Skulptur von Olivier Mosset „Untitled (A Paul Cézanne)“ in Biel. Für das Kunstwerk in der Seevorstadt haben wir eine Geburtstagstorte gebacken, welche beim Werk fertiggestellt und im Anschluss von uns verzehrt wurde. Die ganze Réaction wurde mit einem Aufnahmegerät dokumentiert und soll zukünftig auf unserer Website als Podcast zu hören sein. Réaction Culinaire(3) war unsere erste Live-Kochshow an der Fellerstrasse 11. Wir haben Teig geknetet und die vergangenen Réactions Culinaires vorgestellt. Die ganze performative Präsentation haben wir auf Video aufgezeichnet.


Teufelsberg. Bergen. Berg. Geborgen 2019
Teufelsberg. Bergen. Berg. Geborgen
2019
Major 2019

Christiane Hamacher

 

Mentorat: Barbara Meyer. Schlesische 27. Kunst und Bildung. Berlin

Teufelsberg ist ein künstlerisches Forschungsprojekt an der Schnittstelle zu politischer Bildung. Ausgehend von Fundstücken aus eigenen archäologischen Grabungen untersuchten und befragten Jugendliche der Bildungsmanufaktur der Schlesischen 27, Berlin, in einem künstlerisch forschenden Arbeitsprozess die gefundenen Objekte. Ein neues, anderes, eigenes visuelles Archiv voller unerwarteter Wahrnehmungen, Beobachtungen, Übersetzungen, Entwürfe und Möglichkeiten ist entstanden. 

Als Forscher*innen im Rahmen einer archäo­logischen Ausgrabung starten wir in den Workshop. Diese Methode nehmen wir als Leitmotiv für unser künstlerisch experimen­telles Arbeiten. Viele verschiedenste Mate­rialien, ausgelegt als Materialarchiv, laden zum Experimentieren, Gestalten, Reagieren und Handeln ein. Auslegeordnungen, Wahr­nehmungsübungen und Inputs zu Techniken ermöglichen das eigene Feld der gestalteri­schen Auseinandersetzung zu befragen, zu erweitern, zu experimentieren und in einen ei­genen gestalterischen Arbeitsprozess zu ge­langen. 

Das Material leitet, führt Dich und stellt bestimmte Bedingungen. Es gibt einen Rahmen vor. Es eröffnet einen Weg zu gehen, wo ich am Anfang noch nicht weiß, wie er aussehen wird. 

Das Team der Künstler*innen arbeitet forschend experimentell zusammen. Der Austausch und die Auseinandersetzung innerhalb des Kunstvermittlungsteams über inhaltliche und methodische Arbeitsweisen, während den Planungstagen und des Work­shops, sind Werkzeuge, um die individuellen Arbeitsprozesse zu begleiten. Als künstleri­sche Kunstvermittlerin und als Projektleiterin nehme ich wahr, initiiere und begleite indivi­duelle Arbeitsprozesse. Ich ermögliche durch meine Erfahrung und Wissen über Arbeitsme­thoden und Techniken. Bin also Katalysator und Forscherin zugleich.