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2019

Abstract

Christiane Hamacher

Mentorat: Gila Kolb. HKB

Minor Kulturvermittlung

«Speed-Dating» war das grundlegende Setting, um künstlerische Arbeitsmethoden in einem experimentellen performativen Feld zu erforschen. Im Rahmen unserer Lehrveranstaltung «Andenken» haben Edi Aschwanden, Dozierender und Leiter des Propädeutikums der Schule für Gestaltung Biel, und ich unsere Lehre so gestaltet, dass ich meine Forschung über Ausgangslagen und Arbeitsmethoden für den eigenen künstlerischen Forschungsprozess der Studierenden fortsetzen konnte. Inbesondere galt meine Fragestellung der Entwicklung der eigenen künstlerischen Haltung. 

Unsere Arbeitsmethoden sind unsere Erfindungen, damit die Studierenden abstrahieren lernen. Das heisst, die Studierenden erfahren die Momente, wo sie etwas sehen und erleben, bei uns als Setting vorbereitet, und versuchen in einer Form zu reagieren. Es soll im ersten Moment ein Staunen über das Dargebotene entstehen. Hier passiert etwas, das ich nicht kenne und das mich interessieren könnte! Diese Methode des Nichtwissens im Moment des Staunens, Wahrnehmens und Befragens der Situation erachte ich als einen wichtigen Ausgangspunkt für eine eigene künstlerische Forschung. Denn Nichtwissen oder besser das Noch-Nichtwissen und Erkennen-Wollen ist sozusagen der «Antriebsmotor» für, nicht nur künstlerisches, Forschen. Nichtwissen als Ausgangslage für eine ästhetische Arbeit führt im Denken und Wahrnehmen zur Abstraktion. Das Weglassen von Einzelheiten und die Überführung ins Geheimnisvolle, Nichtgesagte und Neuwahrgenommene eröffnen den Bereich des künstlerischen Arbeitens.

Die Studierenden erarbeiten während acht Wochen ein individuelles Projekt zum Abschluss ihres Jahres im Propädeutikum. Eine Ausstellung am Ende des Semesters zeigt die intensive Auseinandersetzung mit der eigenen künstlerischen Arbeit. Diese wird von der Mentor*in, die den Arbeitsprozess begleitet und unterstützt hat und einer Jury aus fünf Dozierenden benotet.
 

Ich möchte untersuchen, wie zumeist performative Ausgangslagen zu ausgewählten Arbeitsmethoden, zur Abstraktion führen und eine eigene künstlerische Forschung unterstützen und beeinflussen. Anhand des Expert*innen-Interviews mit einer Studentin überprüfe ich die Wirksamkeit unserer initiierten Ausgangslagen, Settings und Arbeitsmethoden im Kontext einer individuellen künstlerischen Forschung.
 

Ich erarbeite ein Manifest, das aus der Auswertung des Interviews entstanden ist. Ausgewählte Aussagen der Studentin, die die Arbeitsmethoden und deren Wirksamkeit im Bereich Abstraktion über einen ausgedehnten Zeitraum aufzeigen, sollen neue Fragen stellen und Anregungen für den eigenen Unterricht geben.

Abstrahieren_1. Arbeitsplatz.
Abstrahieren_2. Die Studentin deckt während einer Stunde ständig den Tisch und räumt ihn wieder ab.
Abstrahieren_3. Kunstkarte. Kopie aus Gorgonzola-Mascarpone.