#DIDAKTIK Artikulationen, Algorithmen, Infrastrukturen und Social Media in der kritischen Kunstvermittlung in digitalen Zeiten

Wenn die pandemische Situation etwas gezeigt hat, dann das die postdigitale Kultur neue Tools in der Lehre erfordert. Welches Potential hat Digitalität für Didaktik? Was sehen wir online? Welche Zeige- und Ausschlussmechanismen bietet das Internet? Welche Macht kommt Algorithmen zu? Welchen Einfluss haben Soziale Medien? Diesen und weiteren Fragen geht die Vortragsreihe nach, die vom Fachbereich Kunst und Bildung am Institut für das künstlerische Lehramt der Akademie der bildenden Künste Wien und dem Studiengang Art Education an der Hochschule der Künste Bern organisiert wurde.

Sophie Lingg & Helena Schmidt

Sophie Lingg & Helena Schmidt

COMING BACK FROM IBIZA. Der Instagram-Account Ibiza Austrian Memes als Case-Study für intersektionalen Meme-Aktivismus und Vermittlung

Sophie Lingg und Helena Schmidt beschreiben in ihrem gemeinsamen Vortrag Memes als Vermittlungstools, Meme-Accounts als aktivistische, intersektionale, künstlerische Vermittlungsprojekte, Memes als Form der politischen Bildung und letztlich deren Bedeutung für die Schule. Dabei basieren sie ihre Überlegungen auf dem österreichischen Memeaccount @ibiza_austrian_memes von Anahita Neghabat, mit der sie vor knapp über einem Jahr ein Interview geführt haben.

Sophie Lingg
lebt und arbeitet in Wien. Als freie Kuratorin initiiert sie kollaborative Ausstellungsprojekte, entwickelt und setzt Vermittlungsformate um und wirkt in kollaborativen künstlerischen Projekten und Ausstellungen mit. Sie studierte Kunstvermittlung am Institut für das künstlerische Lehramt der Akademie der bildenden Künste Wien, wo sie derzeit Dissertation schreibt und lehrt.

Helena Schmidt
ist Kunstwissenschaftlerin und Kunstvermittlerin in Theorie und Praxis. Sie lehrt an der Akademie der Bildenden Künste in Wien, wo sie zum Bildbegriff sogenannter „poor images“ (nach Hito Steyerl) promoviert. 2015-2019 war sie Assistentin im MA Art Education/BA Vermittlung in Kunst und Design an der Hochschule der Künste in Bern. Studium der Kunstvermittlung, Kunstgeschichte und Visuellen Kommunikation an der Hochschule der Künste Bern, Universität Bern, Universität Wien und FH JOANNEUM Graz.

Fotocredits: VIENNA DESIGN WEEK Kollektiv Fischka Patrizia Gapp

Konstanze Schütze

Konstanze Schütze

Disrupted Images? Aktualisierungen für eine Kunstvermittlung am Bild

Das Internet, die Digitalisierung und die enorme Steigerung der Rechenleistungen verändern seit mehreren Jahrzehnten kulturelle Praxen online wie offline und haben so weitreichende wie durchgreifende Auswirkungen auf die Anforderungen des Alltags. Gerade die Bilder scheinen nun die Geschäfte der Gegenwart zu führen: Ihr Auftreten bestimmt, begleitet und bedingt kulturelle, wie politische Prozesse gleichermaßen. Als Selfie, Erinnerungsstück, Beweisfoto, Fototapete und Bildschirmhintergrund agiert das Einzelbild in vielfältigen Beziehungen zu anderen Bildern. Zwischen Echtzeitsimulation, Meme-Engineering, Mona Lisa und Cat-Content erkundet dieser Vortrag die Möglichkeiten einer kunstpädagogischen Praxis an den hochverdichteten Bildkomplexen der Gegenwartskunst um den kleinteiligen und vielfältigen Veränderungen einer postdigitalen  Gegenwart im größeren Maßstab zu begegnen.

Konstanze Schütze, Dr. phil., ist Juniorprofessorin für Kunst Medien Bildung an der Universität zu Köln. Promotion zu “Bildlichkeit nach dem Internet” (2018). Sie arbeitet und forscht in der Kunstvermittlung und Kunstpädagogik an Fragen der bildwissenschaftlichen Medientheorie, zu transdisziplinären Forschungssettings und kollaborativen Forschungsprojekten. Aktuelle Projekte und Publikationen (u.a.): Workbook Arts Education (myow.org), Doing Research (2021) After Humans (2022), Cultural Reader Pizza is God (2018)

Shusha Niederberger

Shusha Niederberger

Desktop-Performance. Zur ästhetischen Praxis der digitalen Kunstvermittlung.

Die Netzkunst der 90er Jahre hat das Internet als Ort der Kunst etabliert. Die Science and Technology Studies formulieren seit den 1960er Jahren den Technologiebegriff neu. Was bedeuten diese Denkrichtungen für eine digitale Kunst- oder Kulturvermittlung? Erläuterungen aus einer osmotischen Praxis.

Shusha Niederberger *1974, arbeitet an der Schnittstelle von Technologie, Kunst und Kultur. Sie hat in Zürich und Wien bildende und digitale Kunst studiert und war danach an Kunstuniversitäten in Wien und Zürich als Assistentin und wissenschaftliche Mitarbeiterin tätig. Sie leitet seit 2014 die Kulturvermittlung am HeK (Haus der elektronischen Künste Basel) und unterrichtet seit 2015 als Dozentin an der F+F Schule für Kunst und Medien in Zürich zeitgenössische Netzkultur. Sie hat als wissenschaftliche Mitarbeiterin im SNF-Forschungsprojekt „creating commons“ (2017-2019) am IFCAR (Institute of Contemporary Art Research) an der ZHDK geforscht. Sie ist Mitglied der Schweizerischen Fachgesellschaft für Kunstpädagogik und der Schweizerischen Gesellschaft für Mechatronische Kunst, und hat 2017 das „electronnes“ Festival for Art, Technology and Women* organisiert. Sie spricht regelmäßig über die kulturellen Dimensionen des Digitalen.
www.shusha.ch
@shu_sha_

Vincenzo Estremo

Vincenzo Estremo

How Not To Let Video Kill Radio Star

Starting from the analysis of the pervasiveness of video, my lecture intends to underline how a large part of distance learning follows some typical biases of contemporary media systems. At the state of things, distance learning risks to follow a bad path, embracing a communicative poverty which, once the novelty effect had worn off, as the media literature shows, let to emergence series of problems: distractive power of the technologies, cognitive overload, digital inequality, forgetfulness, all elements already well described by media scholars but not yet sufficiently known to the public opinion. In the conjunction's light between media function and educational needs, it is fair to ask some questions about education and its relationship with digital disruption to better understand how digital could run as a tool for contemporary school.

Video – Digital – Audio – Overload – Distance Learning

Vincenzo Estremo is PHD in Audiovisual Studies at University of Udine and Kunstuniversität Linz. He has published several essays and scientific interventions in specialized journals, has co-edited Extended Temporalities. Transient Visions in Museum and Art (2016) and Albert Serra, cinema arte e performance (2018); and written Teoria del lavoro reputazionale. Saggio sul capitalismo artistico (2020). He directs the online magazine in English Droste Effect and regularly collaborates with Flash Art. He is a lecturer in Curating of Moving Images at NABA, Milan.

Cornelia Sollfrank

Cornelia Sollfrank

re-connecting technofeminist concepts and practices

Cornelia Sollfrank lässt den Geist des Cyberfeminismus der 1990er Jahre noch einmal aufleben und zieht Verbindungen zu zeitgenössischen Formen des Technofeminismus. Wer hat die Macht zu definieren? Wie organisieren wir uns nach dem Netz? Reden wir über die Zukunft.